So bist du für dein Bewerbungsgespräch perfekt vorbereitet – Teil 1

Viele Bewerber kommen schon ins Schwitzen, wenn sie plötzlich einen Anruf erhalten und zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden. Was zieht man an? Wie verhält man sich? Wem schüttelt man zuerst die Hand? Apropos Hände, muss man sie beim Bewerbungsgespräch nun auf dem Tisch lassen? Ist doch schließlich unhöflich, wenn man sie unter dem Tisch versteckt

Selbst wir Azubis wissen teilweise gar nicht, was wir im Bewerbungsgespräch richtig gemacht haben und was nicht, welche Dinge letztendlich vielleicht sogar ausschlaggebend dafür waren, dass wir uns jetzt „Azubi“ nennen dürfen.

Wir haben uns in die Faszination der Bewerbungen und Bewerbungsgespräche gewagt und mit zwei Experten gesprochen, die schon unzählige Bewerbungsgespräche durchgeführt haben und haargenau wissen, worauf es ankommt: Jutta Friedrich, Sekretariat der Geschäftsführung und Ausbilderin für kaufmännische Berufe, und Marco Nübling, Leiter des Human Ressource Managements, verraten sowohl uns, als auch euch, wo die Hände denn nun hingehören und welche Fettnäpfchen es sonst noch zu beachten gibt.

 

Azubis: Der Bewerbungsprozess beginnt mit der schriftlichen Bewerbung, die man entweder per Post, oder online per Mail verschickt. Damit macht man bei Ihnen den ersten Eindruck. Wie wichtig sind das Layout der Bewerbung oder das Bewerbungsfoto?

Marco Nübling: Die Gestaltung der Bewerbung wird von manch einem Bewerber unterschätzt. Man erkennt sofort, ob sich der Bewerber beim Verfassen Mühe gegeben hat und an dem Job wirklich interessiert ist oder ob es sich um eine Standard-Bewerbung handelt, die so allgemein formuliert ist, dass sie an jedes beliebige Unternehmen gesendet werden kann. Das Bewerbungsfoto ist für mich persönlich nicht so wichtig. Es verschafft uns einen ersten Eindruck, mehr aber auch nicht. 

Jutta Friedrich: Das Layout darf den Inhalt nur unterstützen; es spielt nur eine Nebenrolle, nie die Hauptrolle.

 

Azubis: Gibt es demnach eine Bewerbung, die Sie sofort alleine aufgrund des äußerlichen Rahmens ablehnen würden?

Jutta Friedrich: Nein, sofort ablehnen würde ich eine Bewerbung nie. Wir hatten mal einen Fall, da war es anhand der Anrede sehr offensichtlich, dass der Bewerber ein und dieselbe Bewerbung einfach x-mal ausgedruckt und an sämtliche offene Stellen geschickt hat. Wer sich nicht mal die Mühe macht, das Anschreiben sauber umzuändern, der will den Job dann wohl doch nicht.

Marco Nübling: Sofern die Inhalte unseren Anforderungen entsprechen, scheitert ihr auf keinen Fall nur am Aussehen eurer Bewerbung. Aber wir wissen es zu schätzen, wenn sich ein Bewerber besondere Mühe gegeben hat.

 

Azubis: Das Bewerbungsgespräch wird bei den meisten Bewerbern ab dem Zeitpunkt der Einladung gefürchtet. Meistens ist es einfach unangenehm und man hat keine Ahnung, wie man sich verhalten soll, man sieht überall Fettnäpfchen und will nichts falsch machen.
Die Nervosität fängt oft schon weit vor dem eigentlichen Gespräch an, zum Beispiel noch zuhause bei der Wahl der Kleidung.  Wie sollte man für das Bewerbungsgespräch angezogen sein?

Marco Nübling: Wir verlangen von niemandem, sich großartig in Schale zu werfen. Kleidet euch so, wie ihr es für angemessen haltet und fragt euch dann: Wie wirkt ihr auf euch selber? Was sagt eure Kleidung über euch aus?

Jutta Friedrich: Wer in Kleidern steckt, die nicht zu seiner Persönlichkeit passen, wirkt tendenziell verkleidet und verkrampft. Man nimmt eine solche Verkleidung in der Regel sofort als solche wahr. Das bedeutet aber nicht, dass man in seinem Lieblings-T-Shirt und der ausgewetzten Jeans zum Bewerbungsgespräch erscheinen sollte. Ein offizielles und sauberes Business-Outfit darf es schon sein.

Azubis: Viele Bewerber denken, größtenteils aufgrund von Artikeln aus dem Internet oder gar Kursen für Bewerbungstraining, dass Mimik und Gestik während eines Bewerbungsgespräches die eigentliche größte Rolle spielen. Wie sehr achten Sie tatsächlich darauf?

Marco Nübling: Mimik und Gestik spielen für mich eine untergeordnete Rolle. Sie sollten aber zu dem Bewerber passen, denn eine aufgesetzte Mimik oder Gestik wirkt gekünstelt und damit unecht. In diesem Fall ist weniger mehr. Daher mein Rat an alle Bewerber: entspannt euch und gebt euch so, wie ihr seid.

Jutta Friedrich: Wir sind immer darum bemüht, euch eine legere Atmosphäre zu bieten. Darum seid authentisch, zeigt Euch wie ihr seid. Denn wer sich dauerhaft verstellt, wird unglücklich damit.

In Teil 2 geben wir euch noch mehr Einblicke – seid gespannt!